• thumbnail
    < 1 Minute | 1316

    Die Rote Rübe - eine tolle Knolle mit vielen Namen

Die Rote Rübe - eine tolle Knolle mit vielen Namen

Rote Rüben sind in vielen Teilen der Welt ein traditionelles und beliebtes (Winter-)Gemüse. Besonders in Ost- und Mitteleuropa wird sie gern als Hauptzutat von Borschtsch – eine Art Suppe oder Eintopf – verzehrt. In Österreich hat die Rote Rübe viele Namen und wird je nach Region als Rahner, Rauna, Rana, Rahne, Rohne, Ronden oder Randig bezeichnet. Doch die wenigsten wissen, dass sich hinter dieser purpurroten Knolle ein wahres Superfood versteckt.

Die Rote Rübe (Beta vulgaris) zählt zur Familie der Gänsefußgewächse und ist mit Mangold, Zucker- und Futterrübe verwandt. Ursprünglich stammt sie von der Wilden Rübe ab. Diese wurde von den Römern aus dem östlichen Mittelmeerraum sowie Vorderasien nach Europa gebracht. Die heutigen Sorten entstanden im 19. und 20. Jahrhundert durch Veredelungen. Die kugelrunden oder länglichen Knollen haben eine braun-rote Schale und werden bis zu 600 Gramm schwer. Ab Mai gibt es die neue Ernte mit jungen kleinen Knollen. Rote Rüben sind jedoch das ganze Jahr über erhältlich, da sie sich kühl gut lagern lassen.

Powerknolle Rote Rübe

Rote Rüben enthalten reichlich Mineralstoffe wie Kalzium, Phosphor, Kalium, Magnesium und Eisen sowie Vitamine der B-Gruppe, Vitamin C und Folsäure. Gleichzeitig haben sie aufgrund des hohen Wasseranteils von etwa 90 Prozent einen niedrigen Kaloriengehalt. Besonderes Augenmerk sollte bei der Roten Rübe jedoch auf die enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe gelegt werden. In zahlreichen wissenschaftlichen Studien konnte in den letzten zwei Jahrzehnten gezeigt werden, dass die Rote Rübe eine gute Quelle für natürliche Antioxidantien ist und diesbezüglich zu den Top-10 der Powerfoods unter den Gemüsesorten zählt. Ein wichtiger in der Roten Rübe enthaltener sekundärer Pflanzenstoff ist das Betanin, das zu der Gruppe der Betalaine zählt und der Roten Rübe ihre purpurrote Farbe verleiht. Das antioxidative Potential von Betanin ist zehn Mal höher als das von Tocopherol (Vitamin E). Darüber hinaus wurden in in-vitro Versuchen („im Glas“, sprich außerhalb eines lebenden Organismus) und präklinischen Studien unter anderem antioxidative, antikarzinogene, blutdrucksenkende, entzündungshemmende und antibakterielle Eigenschaften nachgewiesen.

Rote Rübe als natürlicher Blutdrucksenker

In mehreren Studien konnte mittlerweile der positive Effekt des Konsums von Rote-Rüben-Saft auf den Blutdruck gezeigt werden. Dem zugrunde liegt der hohe Gehalt an Nitraten. Beim Kontakt mit dem menschlichen Speichel werden diese zu Nitrit umgewandelt, das in weiterer Folge die Blutgefäße erweitert und so die Blutdrucksenkung bewirkt. Die Wirkung auf den Blutdruck kann bereits einige Stunden nach dem Konsum von Rote-Rüben-Saft auftreten, erreicht laut Studien nach sechs Stunden ihren Höhepunkt und hält bis zu 24 Stunden an. (Hinweis: Sprechen Sie bei Problemen mit dem Blutdruck in jedem Fall mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin des Vertrauens.)

Rot wie Blut

Ein Folsäuremangel kann zu einer Anämie (Blutarmut) führen. Da eine 200-Gramm-Portion Rote Rübe je nach Alter und Geschlecht bereits zur Hälfte den Folsäurebedarf eines Erwachsenen deckt, ist es nicht verwunderlich, dass die Rote Rübe bereits in der Antike als wirksames Heilmittel bei Blutarmut galt.

Satt machende Ballaststoffe

Nicht unerwähnt sollte der beachtliche Ballaststoffgehalt der Roten Rübe von rund 3 g pro 100 g bleiben. Ballaststoffe sorgen für ein langanhaltendes Sättigungsgefühl und eine regelmäßige Verdauung. Die Darmflora freut sich obendrein, denn der hohe Anteil an löslichen Ballaststoffen dient den Darmbakterien als „Futter“.

Rote Rübe - roter Urin?

Bei einigen Menschen führt der Konsum von Roter Rübe zur sogenannten Beturie - einem rot gefärbten Urin. Das liegt darin, dass etwa zehn bis 14 Prozent der Bevölkerung den in der Roten Rübe enthaltenen Farbstoff nicht vollständig abbauen kann und diesen dann über den Urin ausscheidet.

Tipps und Tricks:

  • Beim Einkauf sollte man darauf achten, dass die Rote Rübe prall und fest ist. Die Schale soll unbeschädigt, glatt und frei von Dellen sein. Die Anzahl der Seitenwurzeln soll möglichst gering sein. Kleinere Knollen sind zu bevorzugen, denn größere Knollen schmecken oft leicht holzig.
     
  • Bei der Zubereitung empfiehlt es sich Gummihandschuhe und Schürze zu tragen, um Flecken auf der Haut und Kleidung zu vermeiden. Schneidebretter sollten im Anschluss sofort gewaschen werden.
     
  • Die Rote Rübe kann roh oder gekocht genossen werden. Für die rohe Verarbeitung wird die frische Knolle erst unter fließendem Wasser abgewaschen, die Blätter entfernt, der Wurzelansatz abgeschnitten und dann geschält. Geschälte und in Scheiben geschnittene Rote Rüben lassen sich auch gut im Dampfgarer weiter verarbeiten.
     
  • Alternativ kann die Rote Rübe im Ganzen auch in Salzwasser gekocht werden. Wenn die Knolle gar ist, dann empfiehlt sich ein kurzes Abschrecken unter kaltem Wasser. So lässt sie sich leichter schälen.
     

Rote Rübe einmal anders

Haben Sie schon einmal Rote-Rüben-Chips probiert? Rote-Rüben-Chips können eine leckere und nährstoffreiche Alternative zu den klassischen Kartoffel-Chips sein und lassen sich ganz leicht zuhause zubereiten. Dazu werden die Roten Rüben geschält, dann in circa 2 mm dicke Scheiben geschnitten und auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech verteilt. Mit Olivenöl bestreichen. Die Rote-Rüben-Scheiben 15 bis 20 Minuten backen, bis sie an den Rändern braun werden. Aus dem Backofen nehmen, mit wenig Salz oder Kräutersalz bestreuen und auskühlen lassen – ein herrlich knuspriger und obendrein gesunder Genuss!

Mehr Infos unter: