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    Heimische Powerwurzel mit natürlicher Süße

Heimische Powerwurzel mit natürlicher Süße

Die Karotte – auch als Möhre oder gelbe Rübe bekannt – ist bei uns und in vielen Teilen der Welt fest in der Küche verankert. Ob als klassisches Suppengemüse, roh im Salat oder gekocht als Gemüsebeilage: Kaum ein anderes Wurzelgemüse ist so vielseitig einsetzbar. Welche gesundheitlichen Vorteile in dieser unscheinbaren Wurzel stecken, bleibt oft unbeachtet.

Botanisch zählt die Karotte (Daucus carota subsp. sativus) wie Dille, Petersilie und Sellerie zur Familie der Doldenblütler. Sie stammt von unterschiedlichen Wildformen und der Riesenkarotte ab. Diese wurden bereits im frühen Mittelalter in Asien kultiviert und dann im 15. Jahrhundert nach Europa gebracht. Vermutlich waren es niederländische Züchter, die violette Sorten mit weißen Karotten gekreuzt hatten, wodurch schließlich die verbreitete orange Farbe entstand. Die längliche Wurzel ist heutzutage meist orange, seltener gelb oder violett und wiegt pro Stück bis zu 80 Gramm. Ab Mai gibt es die neue Ernte - ganz frisch auch mit Blattgrün. Karotten sind jedoch das ganze Jahr über erhältlich.

Regionales und preiswertes Superfood

Karotten liefern eine Vielzahl wertvoller Nährstoffe, darunter Mineralstoffe wie Kalium sowie Beta-Carotin, Vitamin A und Vitamin C. Gleichzeitig haben sie aufgrund des hohen Wasseranteils einen niedrigen Kaloriengehalt, während der hohe Ballaststoffgehalt die Verdauung unterstützt.

Ein besonderes Highlight sind die enthaltenen Carotinoide, darunter das Beta-Carotin, das im Körper in Vitamin A umgewandelt wird. Carotinoide verleihen der Karotte ihre charakteristische Farbe und haben zahlreiche gesundheitsfördernde Eigenschaften – unter anderem wirken sie antioxidativ. Dies ist besonders wichtig für die Zellen im Auge, die ständig Licht und somit freien Radikalen bzw. oxidativem Stress ausgesetzt sind. Eine Ernährung reich an Karotten kann zwar keine Fehlsichtigkeit heilen, sie kann aber dazu beitragen die normale Sehkraft zu erhalten und Mangelerscheinungen vorzubeugen.

Auch wirtschaftlich überzeugt die Karotte: mit einem durchschnittlichen Kilopreis von unter einem Euro - in Bioqualität etwa 1,50 Euro – zählt sie zu den günstigsten hierzulande angebauten Gemüsesorten.

Bewährte Unterstützung für die Verdauung

Schon lange wird die Karotte als Hausmittel bei Durchfall eingesetzt. Beim Kochen entstehen spezielle Zuckermoleküle, die Krankheitserreger im Darm binden und deren Ausscheidung fördern. Gleichzeitig liefert die Karotte Flüssigkeit und Elektrolyte, die der Körper bei Durchfall verliert. Der enthaltene Ballaststoff Pektin trägt zusätzlich zur Stabilisierung der Stuhlkonsistenz bei.

Gleichzeitig zählen Karotten zu den Gemüsesorten, die einer Verstopfung entgegenwirken. Ihre gute Bekömmlichkeit erklärt auch, warum sie zu den ersten Lebensmitteln zählen, die im Beikostalter eingeführt werden.

Studien deuten zudem darauf hin, dass ein regelmäßiger Karottenverzehr mit einem geringeren Cholesterinspiegel und einem reduzierten Krebsrisiko in Verbindung stehen kann.

Karotte mit Fett kombinieren

Das Beta-Carotin ist eine fettlösliche Vorstufe von Vitamin A. Damit es vom Körper effizient aufgenommen werden kann, ist die gleichzeitige Zufuhr von Nahrungsfetten notwendig. Aus ernährungsphysiologischer Sicht ist es daher sinnvoll, Karotten gemeinsam mit einer Fettquelle wie hochwertigen pflanzlichen Ölen oder Nüssen zu verzehren. Auch bei Karottensaft ist die Zugabe von ein paar Tropfen Öl empfehlenswert. Dies ist aber nicht notwendig, wenn der Saft im Rahmen einer Mahlzeit konsumiert wird, die bereits Fett enthält. Aufgrund des relativ hohen Gehaltes an natürlichem Zucker sollte Karottensaft jedenfalls bewusst und maßvoll genossen werden.

Karotte einmal anders

Der leicht süßliche Geschmack macht die Karotte zu einem echten Allrounder in der Küche. Neben ihrer klassischen Verwendung als Suppen- und Beilagengemüse eignet sie sich roh geraspelt im Salat, für frisch gepresste Säfte und nährstoffreiche Smoothies ebenso wie für süße Gerichte. In Haferbrei, Kuchen oder Muffins sorgt sie für natürliche Süße und Saftigkeit.

Schon einmal geraspelte Karotte mit Zimt und Nüssen im Frühstücksbrei probiert? Oder mit Balsamico und etwas Honig im Ofen geschmort als aromatische Beilage? Auch in der asiatischen Küche findet sie ihren Platz – etwa kombiniert mit Sesam, Koriander und Jungzwiebeln.