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    Saftig, süß und vielseitig!

Saftig, süß und vielseitig!

Pfirsiche und Nektarinen gehören zu den beliebtesten Sommerfrüchten. Doch worin unterscheiden sie sich eigentlich – und welche gesundheitlichen Vorteile bringen sie mit? Ein Blick auf Nährstoffe, Herkunft und kreative Einsatzmöglichkeiten in der Sommerküche.

Steckbrief Pfirsich

Der Pfirsich (Prunus persica) stammt ursprünglich aus China, wo er bereits vor mehreren Jahrtausenden kultiviert wurde. Heute wird er auch in Österreich angebaut – aufgrund seiner hohen Wärmeansprüche allerdings vor allem in Regionen mit weinbauähnlichem Klima, etwa in der Steiermark, im Burgenland und in Niederösterreich. Ein Großteil der Ernte wird sowohl frisch konsumiert als auch industriell weiterverarbeitet, beispielsweise zu Konserven.

Historische Quellen belegen zudem eine traditionelle Nutzung in der Naturheilkunde. So empfahl etwa Hildegard von Bingen verschiedene Pflanzenteile – darunter unreife Früchte samt Kern, Blätter, Wurzel und Rinde – zur äußerlichen Anwendung bei Beschwerden wie Kopfschmerzen und Gicht.

Botanisch handelt es sich beim Pfirsich um eine Steinfrucht mit einem Durchmesser von etwa vier bis zehn Zentimetern. Die Schale kann je nach Sorte behaart oder glatt sein und weist Farbvariationen von blassgrün über gelb bis hin zu rötlich-rosa auf. Das Fruchtfleisch ist saftig, leicht faserig und farblich von hell bis kräftig orange. Neben klassischen Sorten gewinnen auch sogenannte Plattpfirsiche (Saturn- oder Weinbergpfirsiche) zunehmend an Bedeutung. Die Ernte beginnt in südlichen Regionen Europas bereits im Mai, während sie in nördlicheren Gebieten meist erst ab Ende Juni einsetzt.

Die Nektarine – gleich oder doch unterschiedlich?

Die Nektarine ist keine eigene Obstart, sondern eine glattschalige, unbehaarte Variante des Pfirsichs, die als Laune der Natur entstanden ist. Auch Nektarinen gibt es in unterschiedlichen Farb- und Fruchtfleischvarianten – von gelb bis weiß. Ein Unterschied liegt in der Zusammensetzung: Nektarinen enthalten tendenziell weniger Wasser als Pfirsiche, ihr Fruchtfleisch ist dadurch etwas fester und schmeckt oft intensiver und süßer. 

Zu süß?

Mit nur 42 kcal pro 100 Gramm haben die saftigen Sommerfrüchte einen relativ niedrigen Kaloriengehalt. Gleichzeitig sind sie reich an Kalium, Vitamin C, Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen. Trotz des süßen Geschmacks ist der natürliche Zuckergehalt moderat, auch wenn die Nektarine durch den geringeren Wassergehalt im Vergleich zum Pfirsich etwas mehr Fruchtzucker pro Gramm Frucht enthält.

Studien deuten darauf hin, dass das nährstoffreiche Steinobst entzündungshemmende und kardioprotektive Eigenschaften besitzen könnte. Darüber hinaus unterstützen die enthaltenen bioaktiven Substanzen den Verdauungstrakt sowie die Hautgesundheit. Antioxidative Inhaltsstoffe helfen oxidativen Stress zu reduzieren und könnten langfristig das Risiko für bestimmte chronische Erkrankungen, einschließlich neurodegenerativer Prozesse, senken.

Bei Pfirsichnektar lohnt sich zu wissen: Der Fruchtanteil beträgt mindestens 50 % und dazu sind Wasser, Zucker und Zitronensäure zugesetzt. Für die Herstellung eines 100%-igen Fruchtsaftes (ohne Zusätze) wäre das Fruchtmark zu dickflüssig. Als reiner Presssaft wäre er geschmacklich zu wenig säurehaltig und eher wenig süß. Bei Kompott aus dem Glas oder der Konservendose empfiehlt sich jedenfalls ein Griff zur ungesüßten Variante.

Vielseitige Verwendung in der Küche

Pfirsiche und Nektarinen eignen sich nicht nur für den Frischverzehr oder klassische Verarbeitungen wie Kompott oder Nektar, sondern auch für kreative kulinarische Speisen und herzhafte Gerichte. In Kombination mit Olivenöl, Kräutern und Knoblauch entfalten sie beim Grillen eine ausgewogene Mischung aus süßen und leicht säuerlichen Aromen und passen gut zu Fleisch oder pflanzlichen Beilagen wie Kartoffel oder Grillgemüse. Auch als Chutney zu Halloumi oder als Bestandteil sommerlicher Salate sorgen sie für geschmackliche Abwechslung.

Beim Einkauf sollten Nektarinen und Pfirsiche angenehm duften und nicht zu hart sein. Denn das Obst reift nach der Ernte nur gut nach (vor allem neben Bananen oder Äpfeln), wenn die Mindestpflückreife erreicht worden war. Beide Früchte sind druckempfindlich und sollten daher sorgfältig gelagert sowie zeitnah verzehrt werden. Im Kühlschrank halten sich schon reife Früchte nur wenige Tage.

Außerdem beachtenswert: Die Kerne beider Früchte enthalten Blausäure, die in größeren Mengen gesundheitsschädlich sein kann. Eine Verarbeitung ist daher nur unter geeigneten Bedingungen ratsam – wie etwa durch starkes industrielles Erhitzen. So werden Pfirsichkerne (wie auch Marillenkerne) unter anderem zur Herstellung von Persipan verwendet, einer kostengünstigeren Alternative zu Marzipan.

Fazit

Pfirsiche und Nektarinen sind nicht nur geschmacklich attraktive Sommerfrüchte, sondern liefern auch wertvolle Nährstoffe bei vergleichsweise geringem Energiegehalt. Ihr vielseitiger Einsatz in der Küche ermöglicht sowohl süße als auch herzhafte Zubereitungen. Durch ihren Gehalt an Vitaminen und sekundären Pflanzenstoffen können sie einen positiven Beitrag zu einer ausgewogenen Ernährung leisten. Wer zusätzlich auf regionale und saisonale Herkunft achtet, verbindet Genuss mit Nachhaltigkeit.