Ausreichend zu trinken ist in allen Lebensphasen und besonders auch für Kinder wichtig. Wasser wird im Körper unter anderem für den Transport von Nährstoffen, die Regulation der Körpertemperatur und zahlreiche Stoffwechselvorgänge benötigt. Wie auch Erwachsene vergessen Kinder jedoch schnell aufs Trinken – etwa beim Spielen, in den Schulpausen oder beim Lernen. Dabei kann schon ein geringes Flüssigkeitsdefizit die Wahrnehmung sowie die Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit beeinträchtigen.
Neben der Trinkmenge spielt auch die Getränkeauswahl eine wichtige Rolle. Wasser, Mineralwasser sowie ungesüßte Früchte- und Kräutertees gelten als ideal. Auch stark verdünnte Fruchtsäfte können für Abwechslung und etwas Energie zwischendurch sorgen. Zuckerreiche Getränke wie Limonaden, zuckerreiche Eistees oder Fruchtsaftgetränke eignen sich hingegen nicht zum täglichen Durstlöschen.
Erwachsene – egal ob Eltern, Pädagog*innen oder andere Bezugspersonen – können einiges beitragen, damit Kinder ein gesundheits- und leistungsförderliches Trinkverhalten entwickeln:
• Gutes Vorbild sein: Kinder orientieren sich stark an ihrem Umfeld. Deshalb beginnt gesundes Trinken nicht erst in der Schule, sondern bereits zuhause. Wenn Eltern selbst regelmäßig Wasser trinken und geeignete Getränke selbstverständlich anbieten, werden diese auch für Kinder zur Normalität.
• Fixe Trinkmomente schaffen: Ein Glas Wasser zum Frühstück, in den Schulpausen sowie vor und nach dem Sportunterricht oder Freizeitsport schafft eine einfache Routine. Auch zuhause am Esstisch sollte immer ein Glas bereitstehen oder zum Trinken eingeladen werden, wenn Kinder vom Garten und Spielen zurückkommen. Nach und nach können Eltern zu stillen Beobachtern werden: Manche Kinder greifen mit der Zeit selbstständig zur Wasserflasche, andere brauchen noch häufiger eine Erinnerung.
• Beim Einkauf auf den Zuckergehalt achten: Eine einfache Orientierung bietet der SIPCAN Getränke-Check. Er zeigt auf, welche Getränke unter oder über dem aktuellen Grenzwert von 6,3 g Zucker pro 100 ml liegen. Getränke sollten zudem keine Süßstoffe enthalten. Diese Kriterien werden auch für Getränkeautomaten in Schulen empfohlen.
• Weniger Süße - Schritt für Schritt: Wer süße Getränke gewohnt ist, empfindet Wasser zunächst oft als langweilig. Hierbei hilft, Säfte zunehmend mit Wasser zu verdünnen – so kann man sich geschmacklich langsam an weniger Süße gewöhnen. Veränderungen dürfen dabei auch Zeit brauchen.
• Keine strikten Verbote: Süße Getränke sollen nicht zu „verbotenen Getränken“ werden. Um den Druck herauszunehmen, ist ein Kompromiss zwischen Erwachsenen und Kindern oft zielführender. Entscheidend ist, was regelmäßig getrunken wird. Wenn Wasser im Alltag die erste Wahl ist, haben auch süße Getränke ab und zu ihren Platz – am besten direkt zu den Mahlzeiten oder zu besonderen Anlässen.
Die Umsetzung gelingt besser, wenn Kinder selbst aktiv und kreativ werden können:
• Wasser kreativ gestalten: Gemeinsam kann Wasser oder ungesüßter Tee mit Beeren, Zitrone, Limette, Orange, Gurke oder frischen Kräutern aromatisiert werden. So wird aus einfachem Wasser ein spannendes Getränk. Das kann bereits beim Einkaufen beginnen und gleichzeitig eine neue Routine sein, bei der Kinder beispielsweise ein Obststück für das eigene „Fruchtwasser“ oder eine Teesorte für einen selbstgemachten Eistee auswählen dürfen.
• Neues ausprobieren: Kleine Geschmacksexperimente, die sich für zuhause aber auch sehr gut für den Schulunterricht eignen, machen neugierig: Wie schmeckt eine selbstgemachte Limo mit weniger Zucker im Vergleich zu einer zuckerreichen Limonade aus dem Supermarkt? Wie kann Eistee auch selbst zubereitet werden? Gibt es neue Getränke, die trotz weniger Süße gut schmecken?
• Eigene Trinkflasche gestalten: Eine wieder befüllbare Flasche gehört in die Schultasche und sollte auch beim Sport oder bei Ausflügen nicht fehlen. Selbst ausgesucht oder mit Stickern gestaltet, macht sie das Trinken zusätzlich attraktiv.
Wie wichtig neben guter Ernährungskompetenz auch das richtige Umfeld ist, zeigt das langjährige Projekt „Schlau trinken!“ von SIPCAN. Bereits seit dem Jahr 2009 unterstützt es Schulen dabei, ein gesundheitsförderliches Trinkverhalten der Schüler*innen zu fördern. Von Beginn an wurde dabei auf zwei Ebenen angesetzt: Die Kinder erwerben im Unterricht Wissen über gesundes, „schlaues“ Trinken und gleichzeitig wird das Getränkeangebot in der Schule optimiert. Im Laufe der Jahre wurde das Projekt weiterentwickelt. Mit dem „Schlau-Trinken-Pass“ beobachten beispielsweise die Schüler*innen das eigene Trinkverhalten und damit die Umsetzung des Gelernten im Alltag. Auch das Thema Recyceln von Getränkeverpackungen ist zu einem wichtigen Bestandteil geworden. Im vergangenen Schuljahr wurde ein Videowettbewerb „Schlau trinken & recyceln! – The Challenge“ aus der Taufe gehoben.
Die langjährige Arbeit spiegelt sich in der großen Reichweite des Projekts: Seit dem Schuljahr 2018/19 konnten über 66.000 Schüler*innen an mehr als 650 Schulen in ganz Österreich erreicht werden. RAUCH engagiert sich dabei seit mehr als 15 Jahren und zeigt sich als großer Unterstützer dieses Projekts.
Der Schulbeginn bietet eine gute Gelegenheit, Trinkgewohnheiten durch eine coole Trinkflasche und gemeinsame Trinkroutinen neu zu gestalten. Gutes Trinkverhalten entwickelt sich vor allem durch Wiederholung, Vorbilder und einem Umfeld, das die richtige Wahl erleichtert. Das ist die Idee hinter „Schlau trinken“: Kinder nicht zum gesunden Trinken zu zwingen, sondern ihnen die besten Voraussetzungen zu geben, es selbstverständlich zu lernen.