Von der Sense zur Stickmaschine

Mit Geschäftssinn zum ersten Unternehmen

Die Rauchs, das waren Bergbauern aus Dünserberg-Bassig, einem kleinen Weiler hoch oben über dem Walgau auf 1270m Seehöhe. In den 1880er Jahren zog Franz Josef Rauch zusammen mit einer Schwester und drei Brüdern erst nach Götzis-Spalla, später nach Rankweil. Dort kauften sie 1894 für 3.800 Gulden ein Wohnhaus mit Stall und Stadel in der Langen Gasse.

Die fünf Geschwister waren fleißige Leute. Sie betrieben eine kleine Landwirtschaft mit etwas Vieh und daneben eine Stickerei mit Handstickmaschinen. Die beiden Brüder Franz Josef und Johann-Baptist besaßen offenbar ein gutes Händchen fürs Geschäft. Ihre Stickereien verkauften sie mit wachsendem Erfolg im In- und Ausland. Bald bauten sie ein Lokal am Haus an, erst mit zwei, dann mit drei Handstickmaschinen. Auch ließen sie schon bei anderen Stickern fertigen. Anfang 1909 gründeten die beiden die Stickerei „Gebr. Rauch“, die bis Anfang der 30er Jahre ein florierendes Unternehmen war. In den 50er Jahren wurde das Gebäude an die Nachbarfirma König verkauft.

BU Stickerei: Die 1909 gegründete Stickerei „Gebr. Rauch“ von Franz Josef und Johann Baptist Rauch entwickelte sich bis Anfang der 1930 Jahre zu einem beachtlichen Unternehmen mit zehn 15-Yard-Stickautomaten. Doch die Weltwirtschaftskrise 1929 traf diese Branche besonders hart: Wenige Jahre später wurden alle Automaten verschrottet und die Stickerei liquidiert. Zum Glück hatten die Rauchs dort schon ein zweites Standbein.
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