Gurke-Limette- Koriander statt Lederwaren

Wie Rauch zur ersten Juice Bar kommt

Juice Bars: Ein junges Barista-Team presst gesunde und außergewöhnlich-kreative Saftrezepte frisch vor den Augen der Gäste. Auf internationalen Reisen hatte Rauch dieses Fruchtsaft-Konzept kennengelernt. So eine Bar wäre der direkte Draht zu den Konsumenten, ein feiner Trend-Seismograf und vielleicht auch eine neue, authentische Marke? Das bot Raum für Fantasie? Und das war was für ein echtes Start-up.

Junges Projekt, junger Projektchef

„Wow! Rauch fragte mich an, ob ich Lust hätte, ihre Juice Bar umzusetzen“, erinnert sich Simon Parth an den Anruf im Frühjahr 2012. Er kam aus der Gastronomie, hatte bereits bei Rauch in Rankweil gearbeitet und beendete gerade sein Studium. Er machte sich zusammen mit den Marketingfachleuten aus Rankweil ans Grundkonzept. „Es war eine lässige Phase. Wir schauten uns die angesagtesten Saft-Bars in der Welt an und lernten viel daraus.“

Die Fassade gewahrt: Traditionsladen wird Trendsetter

„Ein besonders wichtiger Punkt war der Standort“, ergänzt Daniel Wüstner, der das Projekt von Rankweil aus leitete, „ein Szene-Viertel in Wien, abseits des Mainstreams.“ Man machte sich auf die Suche, die Neubaugasse im Siebten war der Favorit. Das alteingesessene Lederwaren-Fachgeschäft Bartik in der Nr. 15 war zu haben. „Der Eigentümer schätzte Rauch sehr. Ein Familienbetrieb aus dem Ländle war ihm als Nachfolger viel lieber als irgendeine globale Modekette.“ Kaum war die Tinte unter dem Vertrag trocken, meldeten sich besorgte Nachbarn. Man solle doch bitte die Fassade erhalten! Die Front des 1884 gegründeten Ladens war für diese Ecke seit Jahrzehnten stilprägend – vollflächige, grüne Glaswände, großer, goldener Schriftzug. Geplant war es zwar anders, aber die Idee fand Rauch gut: „Wir ehren das Alte und grüßen das Neue.“ So wurde aus „BARTIK“ einfach „RAUCH“.

Bilderbuch-Start

Noch während des Umbaus wurde das erste Team zusammengestellt. Am 12. November 2012 sperrte die 17-köpfige Crew die erste Rauch Juice Bar auf. Ab Tag eins war der „Saftladen“ sehr gut besucht. Es hatte sich ausgezahlt, nicht nur die eigenen Saftkünste zu trainieren, sondern auch fleißig die Werbetrommel in der Nachbarschaft zu rühren. Dem Team war ein Bilderbuch-Start gelungen. Und jetzt? Könnte man vielleicht die hier von Hand gepressten Säfte im Supermarkt verkaufen, natürlich zu Preisen wie in der Juice Bar? Diese Idee taugte dem Chefeinkäufer einer großen Kette. „An fünf Top- Standorten durften wir die Idee testen. Wir stellten in jedem einen Juice-Bar-Kühlschrank auf und legten los.“

Markenkraft ausgelotet

Kaum war geschlossen, verwandelten sich Bar und Crew ab 20 Uhr in eine Manufaktur. Pressen. Abfüllen. Verschließen. Oft hunderte von Flaschen und manchmal bis 4 Uhr in der Früh. Denn die Konsumenten liebten die handgepressten Säfte der Juice Bar. Als der Versuch nach einigen Wochen mit Wehmut beendet wurde, waren zwei Dinge klar geworden. Erstens: Eine Juice-Bar-Crew schafft auf Dauer keine „Massenproduktion“. Zweitens: Die Marke „Rauch Juice Bar“ funktioniert auch im Handel ausgezeichnet.

Das war der Beginn einer neuen Marke: „Wir können nicht alle Menschen in die Juice Bar bringen, aber wir können die Juice Bar zu den Menschen bringen.“ Und so wurde aus dem ursprünglichen Experiment nicht nur eine Kette aus zwölf Standorten (Stand Sommer 2019), sondern auch die erfolgreiche neue Marke „Rauch Juice Bar“ für den Handel.

„Wir haben Obst zum Pressen gern“: In der Rauch Juice Bar wird jeder Saft frisch von Hand gemacht.

Die Rauch Juice Bar ist der „Starbucks der Früchte“: kreative Säfte, frisch zubereitet in gemütlicher Atmosphäre.

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