Die Erfindung des „Saudi-Champagne“

Wie Rauch Saft in die arabische Wüste brachte.

In Österreich überholte Rauch die ersten Mitbewerber. Konzentrate aus Rankweil fanden mehr und mehr Abnehmer, sogar in den USA. Mit viel Geld hatte man die Produktionskapazitäten ausgebaut. Es lief richtig gut. Nur eine Sache trübte die Freude der jungen Rauchs: Die großen Länder Europas und die Schweiz waren für ihre Säfte gesperrt. Für landwirtschaftliche Produkte galten dort Importverbote oder hohe Zölle. Wie weiter wachsen?

„Ein befreundeter Unternehmer aus der Schweiz hatte gerade begonnen, Säfte nach Saudi-Arabien zu liefern. Heißes Klima, Alkoholverbot und Reichtum durch Öl klang nach einem interessanten Markt“, erinnert sich Roman Rauch. Also schrieb er einen Brief an den österreichischen Außenhandels-Delegierten in Riad, bat um Kontakte möglicher Handelspartner. Bald lag auf seinem Schreibtisch ein Kuvert mit arabischer Briefmarke, darin eine Liste mit potenziellen Partnern. „So bin ich auf die Firma Batawil gekommen. Ich habe sie besucht, sie haben uns besucht. Wir waren uns rasch einig. Bald darauf waren wir die Ersten, die Apfelsaft nach Saudi-Arabien lieferten.“ Ab 1971 fanden Gäste des Wüstenstaates auf den Getränkekarten der guten Hotels einen neuen Drink: „Saudi-Champagne“ – Ein schöner Krug Rauch Apfelsaft mit Perrier gemischt und mit Apfelscheiben und Minze dekoriert.

Frag Rauch