Happy Day statt Karottenpüree

Rauch baut in Budapest die erste Produktion im Ausland

Die Suche nach einem geeigneten Standort in Osteuropa zog sich. Roman Rauch hatte schon einige alte Konservenfabriken besichtigt, alles „alte Buden“. Erst 1993 zeigte ihm jemand am Stadtrand von Budapest eine aufgelassene Fabrik für Karottenpüree, gut gelegen und relativ neu. Rasch war klar, daraus lässt sich was machen.

Ein Büro in Manhattan, Dienstreisen nach Los Angeles und Südamerika. Jürgen, Sohn von Franz Rauch, arbeitete seit einem Jahr für einen Commodity Broker in New York. Ein Job in den USA war sein Jugendtraum: „Im September rief mein Vater an, sie suchten einen Geschäftsführer für die neue Rauch Hungaria Kft. Für mich wäre das doch der ideale Einstieg.“ Begeistert war Jürgen nicht, erst nach zwei Wochen intensiver Überzeugungsarbeit seiner Familie willigte er ein.

Rákosmente statt Manhattan

Im November übersiedelte Jürgen in den 17. Bezirk von Budapest, Rákosmente, am östlichen Stadtrand. „Kalt und neblig war es, als ich das erste Mal die Fabrik betrat. Es gab einen Portier, zwei Hunde, ein Telefon mit ½ Anschluss - aber keine Heizung.“ Im Januar zog auch Martin Berchtold vom Ländle nach Budapest, ein junger Techniker. „Wir richteten einen ersten Raum ein, zwei Tische und Stühle, zwei gebrauchte PCs und einen Drucker aus Rankweil. Dann steckten wir einen Heizstrahler an und machten uns dran, die Fabrik Schritt für Schritt aufzubauen.“

Schwarze Zahlen nach einem Jahr

In der ersten Zeit unterstützten Erich Rauch und zahlreiche Fachleute aus dem Stammhaus den Aufbau von Produktion, Einkauf, Vertrieb, Logistik und Verwaltung. Parallel dazu formierte Jürgen Rauch das lokale Team. Schon im Mai 1994 liefen die ersten TetraPak-Linien in Budapest an und Rauch machte sich daran, die Supermarktregale Ungarns zu erobern. Und dann hatte das junge Team in Budapest auch Glück: Russland öffnete seine Grenzen für Waren ‚aus dem Westen‘. Jürgen Rauch: „Dort gab es keine Fruchtsaft-Industrie und die kauften, was nur geht. Wir produzierten auf Teufel komm raus.“ Nur ein Jahr nach dem Start schrieb Rauch Ungarn schwarze Zahlen.

Was Ende 1993 mit viel Improvisation in ungeheizten, provisorischen Büros einer ehemaligen Karotten-Konzentrat-Fabrik begann, entwickelte sich in wenigen Jahren zum wichtigen Standbein des Unternehmens. 

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