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    MIT SPEISEN UMSATZ MACHEN, STATT SIE WEGZUWERFEN: SO FUNKTIONIERT „TOO GOOD TO GO

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MIT SPEISEN UMSATZ MACHEN, STATT SIE WEGZUWERFEN: SO FUNKTIONIERT „TOO GOOD TO GO

Die Bekämpfung von Lebensmittelverschwendung – rund ein Drittel landet ungenutzt in der Tonne – ist ein großes Thema. Auch in der Gastronomie, und hier setzt mit „Too Good To Go“ eine digitale Lösung an, die Gastronom*innen sogar noch Umsätze statt Abfall bringt. Wir erklären im Frage-Antwort-Modus, wie es funktioniert.
Was ist „Too Good To Go“ und wie funktioniert es?

Eine App für iOS und Android, die Gastronomien und Gäste/Konsument*innen zusammenbringt: Die teilnehmenden Betriebe verkaufen über sie – zum Beispiel am Ende des Tages oder mit Abschluss des Frühstücksgeschäfts – Speisen, die nicht verwertet und verkauft wurden. Die App-Nutzer bezahlen direkt über die App, zum Beispiel per Kreditkarte oder PayPal, und holen die Speisen innerhalb eines betriebsseitig vorgegebenen Zeitraums im Betrieb ab. Vor Ort zeigen sie einfach das Smartphone vor

Was kostet es die Betriebe?

„Too Good To Go“ nimmt einen Euro Provision pro verkaufter Speise.

Was zahlen die Kunden?

Den Preis für die über „Too Good To Go“ verkauften Speisen legen die Betriebe selbst fest. Er liegt in der Regel deutlich unter dem normalen Verkaufspreis (ca. 50 bis 70 Prozent), um einen Anreiz zu schaffen, dass die übrig gebliebenen Speisen verkauft werden.

Lohnt sich das überhaupt für Gastronomien?

Ja! Denn Speisen, die weggeworfen werden, sind „sunk costs“: Wareneinsatz, Rüstkosten, Handling – das alles ist ja schon investiert worden. Werden sie stattdessen verkauft, erzielen sie Deckungsbeiträge.

Wie viele Betriebe nehmen schon teil?

In Österreich sind es derzeit 500, in Deutschland über 4.000 – neben Cafés und Restaurants sind es auch Bäckereien und Backshops, Feinkostläden und andere Unternehmen, die Lebensmittel verkaufen.

Und wie sieht es bei den Nutzer*innen aus?

Seit dem Start in Deutschland 2015 wurden bereits über drei Millionen Mahlzeiten „gerettet“, sprich Speisen über die App verkauft; insgesamt in den 13 Ländern, in denen „Too Good To Go“ derzeit aktiv ist, sind es über 20 Millionen. Also eine ganze Menge – und die Tendenz ist rasant steigend.

Aber die Käufer*innen wohnen sicher nur in hippen Großstadtbezirken, oder?

Längst nicht mehr. Zwar startete das Angebot in den Metropolen, aber in Deutschland ist es mittlerweile in fast 1.000 (!) Städten verfügbar – und auch in Österreich finden sich immer mehr Anbieter nicht nur in großen Städten wie Wien, Graz oder Linz, sondern auch in kleineren wie Saalfelden oder Enns. Die einzigen weißen Flecken sind Vorarlberg und das Burgenland. Noch.

Was darf verkauft werden?

Klar: Was bereits an den Tisch gebracht worden ist und übrig bleibt, darf nicht mehr verkauft werden. Hierfür gibt es andere Lösungen wie z. B. die „Beste-Reste-Box“, mit der das, was zu gut für die Tonne ist, den Gästen mitgegeben wird. Verkaufsfähig hingegen sind Speisen, die z. B. in der Vitrine oder in der Küche verblieben sind. Viele Gastronomiebetriebe bieten „Überraschungstüten“ mit verschiedenen übrig gebliebenen Speisen an. Die Inhalte hängen vom jeweiligen Betrieb ab: Salate, Backwaren, Reisgerichte, Dönerteller, ganze Frühstücke und Hauptspeisen – das heißt: Nutzer*innen können, je größer die Anzahl der teilnehmenden Betriebe in einer Stadt ist, desto mehr aus dem Vollen schöpfen.

Kannibalisiere ich damit mein eigentliches Geschäft?

Nein. Denn erstens wird wirklich nur verkauft, was übrig bleibt, zweitens das nur zu einem bestimmten Zeitpunkt und drittens ausschließlich als Pick-up. Im Gegenteil: Viele Betriebe haben schon erkannt, dass sie durch die App – wie bei Lieferdiensten auch – neue Gäste erreichen, die beim nächsten Mal vielleicht zum Essen kommen und den regulären Preis zahlen. Vorausgesetzt natürlich, es schmeckt ihnen.

Tipp: Überreichen Sie eine Visitenkarte oder einen kleinen handschriftlichen Gruß mit der „Überraschungstüte“ – als Empfehlung für einen erneuten Besuch.

Mehr Infos:
www.toogoodtogo.de
www.toogoodtogo.at

Frag Rauch
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