• thumbnail

    Regionalität: Das Gute liegt so nah

    3 Minuten | 1970

Regionalität: Das Gute liegt so nah

Der Frühling mit den warmen Temperaturen lässt endlich auch in den heimischen Feldern wieder die Pflanzen sprießen. Die erste Ernte von heimischem Obst und Gemüse ist bereits in vollem Gange und wartet darauf unseren Gaumen zu verwöhnen. Ein regionaler Genuss, der nicht nur gesund, sondern auch umweltschonend ist.

Regionalität und Saisonalität - zwei Schlagworte, die für eine klimafreundliche Ernährung stehen. Die Produktion von Obst und Gemüse im saisonalen Freiland-Anbau oder unbeheiztem Folientunnel ist deutlich günstiger für das Klima als der Anbau außerhalb der entsprechenden Jahreszeit in beheizten Treibhäusern und Folientunneln. Daher sollte im Sinne einer saisonalen Ernährung Obst bzw. Gemüse möglichst in jener Zeit gekauft werden, zu der es frisch verfügbar ist. Neben den deutlich umweltfreundlicheren Anbaubedingungen wird auch ein zusätzlicher Energieaufwand für die Lagerung vermieden.

In Bezug auf die Regionalität kann der Transport von Lebensmitteln, abhängig von der Distanz und dem verwendeten Transportmittel, große Relevanz für das Klima aufweisen. Dabei sind besonders Flugtransporte klimabelastend. Im Vergleich zum Transport mit Hochseeschiffen stoßen Flugtransporte etwa 200 Mal mehr Treibhausgase pro Tonnenkilometer aus. Wichtig ist, dass Regionalität nicht unbedingt an der Staatsgrenze enden muss. Denn Regionalität für frische oder verarbeitete Produkte bzw. Obst und Gemüse wird mit einem Radius von ca. 150 km unabhängig von Landesgrenzen definiert.

Im Gegensatz dazu steht der Aspekt der "globalen Ernährung", bei der Lebensmittel über weite Strecken transportiert werden müssen. Obst und Gemüse muss dazu oft unreif geerntet werden, um deren Transportfähigkeit zu erhalten. Darunter leidet nicht nur der Geschmack, sondern auch der Vitamin- und Mineralstoffgehalt. Das heimische Angebot hingegen versorgt und stärkt unseren Körper daher ideal - ein wahres Superfood.

Saisonal und regional einkaufen - so funktioniert es!

Jede Jahreszeit verwöhnt uns mit ihren eigenen frischen Köstlichkeiten. Saisonal kochen bedeutet sich zusätzliche Geschmackserlebnisse zu schaffen. Denn Kopfsalat, Tomaten, Gurken & Co, die im Freien wachsen, entwickeln meist mehr Aroma als im Gewächshaus. Wenn sie dann noch dazu nicht aus der Ferne importiert, sondern zum richtigen Reifepunkt geerntet werden, dann landen sie frisch und knackig und besonders nährstoffreich auf unserem Teller.

Im Frühling erntet man in Österreich zum Beispiel Spargel, Erdbeeren, Radieschen, Salate, Rhabarber und Bärlauch. Im Sommer locken wiederum Marillen, Kirschen, Himbeeren, Ribiseln, Tomaten, Zucchini und Fisolen. Der Herbst bringt unter anderem Kürbis, Kraut, Karotten, Brokkoli, Karfiol, Äpfel, Birnen, Trauben und Zwetschken. Der Winter verwöhnt uns am Ende des Jahreskreises mit Kartoffeln, Sellerie, Pastinaken, Roter Rübe und Schwarzwurzeln.

Regionalen Lebensmitteln auf der Spur

Neben Bauernmärkten und anderen Lebensmittelmärkten, die Obst und Gemüse aus der Region bieten, lohnt sich der Blick aufs Lebensmitteletikett, um regionalen Lebensmitteln auf die Spur zu kommen. In Österreich gibt es das Gütesiegel AMA GENUSS REGION, das freiwillig bei regionalen Lebensmitteln zum Einsatz kommen kann. Darüber hinaus gibt es EU-weit einheitliche Regelungen zur Herkunftsbezeichnung bei Lebensmitteln. Für frisches Obst und Gemüse muss die Herkunft immer angegeben werden.

Gutes tun

Regionale und saisonale Ernährung wirkt sich nicht nur positiv auf das Klima aus. Mit dem Einkauf von regionalen Lebensmitteln sichern wir Arbeitsplätze im nahen Umfeld. Dadurch stärken und unterstützen wir heimische Betriebe. Die Wertschöpfung in der eigenen Region sollte für uns alle ein grundlegendes Bedürfnis sein. Darüber hinaus kommt automatisch Abwechslung in unseren Speiseplan, indem wir uns auf saisonales Gemüse oder Obst konzentrieren. Auf diese Weise werden oft auch alte Sorten wiederentdeckt, die längst in Vergessenheit geraten sind. Nehmen wir die frische Ernte doch zum Anlass uns durchzukosten!

Frag Rauch