Vollkorngetreide, insbesondere Getreidekeime strotzen vor "Thiamin", am besten bekannt unter Vitamin B1. Das Vitamin steckt in erster Linie im Keim und in den Randschichten des Korns, die bei der Weiterverarbeitung - zum Beispiel zu Weißmehl - entfernt werden. Darum können raffinierte Produkte in punkto Vitamingehalt nicht mithalten.
Vitamin B1 ist beteiligt an Stoffwechselprozessen, aber am wichtigsten ist Vitamin B1 für den reibungslosen Abbau von Kohlenhydraten. Begleitend wird mit seiner Hilfe "Acetylcholin" gebildet, ein wichtiger Botenstoff in unserem Nervensystem. Vitamin B1 ist bei der Reizübertragung von den Nerven auf die Muskeln und bei der Regeneration des Nervensystems nach großer Belastung maßgeblich beteiligt. Vitamin B1 ist wegen seiner Nervenschutzfunktion bei allen Nervenschäden und Nervenschmerzen (Neuralgien) hilfreich, ungeachtet dessen, ob die Beschwerden durch Alkohol oder Diabetes verursacht werden (Alkohol und Diabetes sind die häufigsten Ursachen für die Entstehung von Nervenschäden).
Vitamin B1-Mangel kommt in unseren Breitengraden nicht mehr vor, jedoch ist Vitamin B1-Mangel durch übermäßigen Alkohol häufig anzutreffen. Dabei kommt es zu Hirnleistungsstörungen, z. B. Vergesslichkeit, Konzentrationsschwäche, Schlaflosigkeit und Nervenentzündungen, sogar bis zu Lähmungen.
Hervorragende Vitamin B1-Spender sind Hefe, Hülsenfrüchte und Erdnüsse. Auch Fisch, Gemüse, Fleisch und Pilze tragen zur gezielten Abdeckung bei. Zucker und weißes Mehl benötigen bei ihrer Verbrennung sehr viel Vitamin B1, geben aber keines zurück. Daher sind Zucker und weißes Mehl als Vitamin B1-Killer bekannt.
Bei ausgewogener und abwechslungsreicher Ernährung, mit täglichen Vollkornprodukten, sichern sie Ihre Vitamin B1-Versorgung mit Leichtigkeit.
Quelle: Dr. Volker Schmiedel, "Fit und gesund mit Vitalstoffen", Gräfe und Unzer, München